12. Filmfest FrauenWelten

vom 22. bis 28. November 2012 in Tübingen


Rückblick

Thematische Vielfalt war das Motto des 12. Filmfest FrauenWelten. Die 35 gezeigten Spiel- und Dokumentarfilme vernetzten sich zu acht Themenfokussen, zu facettenreichen Perspektiven oder zu antagonistischen Filmpaaren, die die ZuschauerInnen zu neuen Gedankengängen anregten.

Vielfalt zeichnete aber nicht nur das Filmprogramm von 2012 aus, sondern auch die Riege der anwesenden Gäste: Altmeisterin Jeanine Meerapfel, die das Publikum mit „Der deutsche Freund“ berührte, vertiefte sich in intensive Gespräche mit der israelischen Regisseurin Michal Aviad; Kadija Leclere eröffnete mit ihrem Film „Le sac de farine“ das Filmfest und stieß auf bewegtes Interesse mit ihrer autobiographischen Geschichte; Edin Hasanovic, Darsteller aus „Schuld sind immer die Anderen“ konnte als Nachwuchstalent das Tübinger, Rottenburger und Herrenberger Publikum, ebenso wie SchülerInnen in Tübinger Schulen begeistern. Kirsi Liimatainen machte mit ihrem Film „Festung“ die Vorgabe zu einem spannenden Gespräch über häusliche Gewalt, unter Beteiligung von praxiserfahrenen ExpertInnen aus der Arbeit mit männlichen Gewalttätern und weiblichen Opfern.

Auch bei den Dokumentarfilmen schlossen sich leidenschaftliche Gespräche mit ExpertInnen aus der Praxis an über Prostitution-Zwangsprostitution-Frauenhandel, über Transsexualität, Müttersterblichkeit und reproduktive Rechte in Afrika.

Eine ExpertInnenrunde zum Thema Täter-Opfer-Beziehung und -Ausgleich war der Abschluss eines intensiven Internationalen Tages „NEIN zu Gewalt an Frauen“, an dem das Schicksal der Trostfrauen aus dem Asienpazifik-Krieg vor über 60 Jahren von Vertretern der Enkelgeneration von Opfern und Tätern gemeinsam beleuchtet wurde mit Film, Diskussion, Fotopräsentation und einer geführten Ausstellung. Querbezüge gab es an dem Tag zu Filmen über die Aufarbeitung von Vergewaltigungen, den Säureattentaten gegen Frauen in Pakistan, der Begegnung der Erben von Tätern und Opfern im argentinischen militärischen Konflikt der 70er Jahre und dem Täter-Opfer-Ausgleich im freien Jugendstrafvollzug

Eine Reihe von Schulvorstellungen, in denen die SchülerInnen mit RegisseurInnen und SchauspielerInnen ins Gespräch kamen und zahlreiche tiefgehende Gespräche zu Themen wie das Überleben von indigenen Völkern in Lateinamerika, feministische jüdische Gedenkkultur in Deutschland, Täter-Opfer-Ausgleich oder vierzehnjährige Mütter entstanden, bereicherten die Filmfestwoche.

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