Gäste


  SPIELFILMGÄSTE
 

Roman Paul
Film: Das Mädchen Wadjda

Publikumsgespräch:
Mittwoch, 20.11.2013, 20:00 Uhr (Eröffnung), Studio Museum

Filmproduzent Roman Paul hat an der Goethe Universität Frankfurt Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Amerikanische und Deutsche Literatur studiert. Seine Karriere im Filmgeschäft begann er als Assistent für Filmeinkauf beim Verleih Prokino in München. 1999 wechselte er zu Senator Film in Berlin und Los Angeles als Head of International Acquisitions. 2002 gründete er zusammen mit Gerhard Meixner die Razor Film Produktion in Berlin und war zudem noch bis 2006 tätig als Berater für Filmeinkauf beim Weltvertrieb Celluloid Dreams in Paris. Roman Paul ist Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie und bei ACE (Atélier du Cinéma Européen). Seit Oktober 2013 ist er zusätzlich Leiter des Atélier Ludwigsburg-Paris.

Mit Das Mädchen Wadjda und Stein der Geduld wurden dieses Jahr gleich zwei seiner Produktionen für höchste Filmpreise nominiert: Wadjda wurde von Saudi Arabien für den Oscar ins Rennen geschickt, Stein der Geduld für den Europäischen Filmpreis nominiert.

 

Sabiha Sumar
Film: Good Morning Karachi

Publikumsgespräche:
Samstag, 23.11.2013, 20:30 Uhr, Studio Museum
Dienstag, 26.11.2013, 20:30 Uhr, Studio Museum

Sabiha Sumar wurde 1961 in Karachi, Pakistan geboren. In den 1980ern studierte sie in New York und Cambridge Politikwissenschaft, Geschichte und Film und gründete 1992 ihre eigene Produktionsfirma „Vidhi Film“. So gewann sie die Unabhängigkeit, sozialkritische Filme zu drehen. Sumars erster Spielfilm Silent Waters, der auf den FrauenWelten 2003 seine Deutschlandpremiere hatte, war international erfolgreich und wurde in Locarno unter anderem mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet. Ihre ebenfalls preisgekrönten Dokumentarfilme verdeutlichen besonders, wie sehr gesellschaftspolitische Themen Sabiha Sumars Werk prägen. Religiöser Fundamentalismus und seine Folgen vor allem für das Leben von Frauen in ihrer Heimat Pakistan werden immer wieder kritisch in den Fokus genommen.

Filmographie (Auswahl):
2011 Good Morning Karachi (Spielfilm)
2011 Saving Face (Dokumentarfilm)
2008 Dinner with the President (Dokumentarfilm)
2007 On the Roofs of Delhi (Dokumentarfilm)
2003 Silent Waters (Spielfilm)
2003 For a Place Under the Heavens (Dokumentarfilm)
1996 Suicide Warriors (Dokumentarfilm)
1994 Of Mothers, Mice And Saints (Dokumentarfilm)
1988 Who Will Cast The First Stone (Dokumentarfilm)

Auszeichnungen (Auswahl):
2012 International Documentary Association, Award für Saving Face
2008 Sundance Filmfestival, nominiert für den Grand Jury Prize für Dinner with the President
2003 Locarno International Film Festival, Goldener Leopard und drei weitere Filmpreise für Silent Waters
1998 San Francisco Film Festival, Golden Gate Award für Who Will Cast The First Stone

 

Fernando Trueba
Film: Das Mädchen und der Künstler

Publikumsgespräche:
Donnerstag, 21.11.2013, 20:00 Uhr (Eröffnung), Waldhorn Rottenburg
Freitag, 22.11.2013, 20:30 Uhr, Studio Museum
Samstag, 23.11.2013, 18:00 Uhr, Studio Museum

Fernando Trueba wurde 1955 in Madrid geboren. Zunächst wollte er Maler werden, bis er entdeckte, dass sein Blick talentierter war als seine Hände. Er experimentierte mit der Super-8-Kamera und war mehrere Jahre als Filmkritiker tätig. 1980 landete er mit dem Spielfilm Ópera Prima einen großen Erfolg und gründete kurz darauf die Produktionsfirma „Ópera Films“. Er arbeitete mit verschiedenen Genres – von Dokumentar- und Kurzfilmen über Animation bis hin zu Fernsehproduktionen. 1992 kehrte er mit Belle Epoque zum Kino zurück und erhielt den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Auch sein Musik-Animationsfilm
Chico & Rita wurde 2012 für den Oscar nominiert. La niña de tus ojos mit Penelope Cruz wurde mit 12 Goyas prämiert. Jedoch wurde Trueba auch als Musikproduzent mehrfach mit dem Grammy ausgezeichnet: für seine Alben mit dem kubanischen Latin Jazz Pianisten Bebo Valdés.

Filmographie (Auswahl):
2012 Das Mädchen und der Künstler
2010 Chico & Rita
2004 El milagro de candeal
2001 Calle 54
1998 La niña de tus ojos
1992 Belle Epoque
1990 El Sueño del Mono Loco – Twisted Obsessions
1986 El año de las luces
1980 Ópera Prima

Auszeichnungen (Auswahl):
2012 San Sebastián Filmfestival, Silver Seashell für Das Mädchen und der Künstler
2012 Oscar-Nominierung für Bester Animationsfilm für Chico & Rita
2011 European Film Award für Bester Animationsfilm für Chico & Rita
2005 Goya für El milagro de Candeal
1995 BAFTA Award für Belle Epoque
1994 Oscar bester fremdsprachiger Film für Belle Epoque
1993 Zwei Goyas für Belle Epoque
1989 Zwei Goyas für El Sueño del Mono Loco
1987 Berlinale, Silberner Bär für El año de las luces
1980 Venedig Filmfestival, AGIS Award für Ópera Prima

 
DOKUMENTARFILMGÄSTE
 

Johanna Bentz
Film: Die Verführungskünstler

Publikumsgespräch:
Mittwoch, 27.11.2013, 18:00 Uhr, Studio Museum

Johanna Bentz wurde 1982 in München geboren. Nach dem Abitur reiste sie nach Südamerika, Asien und Osteuropa und erarbeitete dort fotojournalistische Projekte mit gesellschaftspolitischen Bezügen. Ab 2005 sammelte sie Erfahrungen durch Filmpraktika und drehte bereits 2006 ihren ersten längeren Dokumentarfilm SO LEBEN WIR mit Bewohnern einer Sammelunterkunft für Asylbewerber in München. Während ihres Studiums an der Filmakademie Baden-Württemberg absolvierte sie eine Hospitanz bei der Arte-Redaktion in Mainz und erhielt 2012 ihr Diplom in Regie/Dokumentarfilm für die mit dem Caligari-Förderpreis ausgezeichnete Dokumentation Die Verführungskünstler.

Filmographie (Auswahl):
2011 Die Verführungskünstler (Dokumentarfilm)
2008 Drei Frauen für Toni (Dokumentarfilm)
2007 Das Leben ist kurz (Dokumentarfilm)
2006 Notiz (Kurzfilm)
2006 So leben wir (Dokumentarfilm)

Auszeichnungen (Auswahl):
2009 & 2011 Caligari-Förderpreis
2006 Victor-Klemperer-Preis

 

Susanne Jäger
Film: Das Dschungelradio

Publikumsgespräch:
Sonntag, 24.11.2013, 16:00 Uhr, Museum Kino 2

Nach einem Studium der Fächer Psychologie und Kommunikationsdesign machte Susanne Jäger ihre ersten Erfahrungen als Kamerafrau und Regisseurin in einem Drogenrehabilitationszentrum in den USA. Es folgte ein Postgraduiertenstudium Film/Fernsehen in Köln mit dem Abschlussfilm Vater und Feind, der mehrfach ausgezeichnet wurde. Für Das Dschungelradio erhielt sie u. a. den Medienpreis des BMZ. Als Autorin, Regisseurin und Produzentin greift Jäger in ihren Filmen soziale und politische Themen auf. Ihre Dokumentarfilme fanden Eingang in das Programm der ARD, des WDR, 3sat und Arte.

Filmographie (Auswahl):
2012 Zu Hause in der Kälte – Wenn Frauen frieren müssen
2010 Hungrig – Essen aus dem Müll
2009 Günter Wallraff: Schwarz auf Weiß – Eine Reise durch Deutschland
2009 Das Dschungelradio – Palabra de Mujer
2005 Vater und Feind

Auszeichnungen (Auswahl):
2012 Medienpreis des BMZ für Das Dschungelradio
2011 New York Film Festivals, Goldmedaille in der Kategorie Investigative Reports für Schwarz auf Weiß
2010 Filmfestival Espiello (Spanien) – Bester Dokumentarfilm für Das Dschungelradio

 

Patricia Lewandowska
Film: Status of Life

Publikumsgespräch:
Mittwoch, 27.11.2013, 16:00 Uhr, Studio Museum

Patricia Lewandowska wurde 1975 in Polen geboren und kam mit 12 Jahren nach Deutschland. Von 1997 bis 2001 war sie Material- und Kameraassistentin, danach absolvierte sie ein Kamerastudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Status of Life ist ihr Abschlussfilm.

Filmographie (Auswahl):
Regie:
2012 Status of Life (Dokumentarfilm, 72')
2007 Weil der Mensch ein Mensch ist. (Dokumentarfilm, 60')
2007 The secret (Kurzfilm, 3')
2006 Jelenia Gora (Kurzfilm, 13')
2003 Black in the face (Kurzfilm, 7')

Kamera:
2013 Balkan Spirit. Regie: Hermann Vaske (Dokumentarfilm, 70')
2010 Die Entbehrlichen. Regie: Andreas Arnstedt ( Spielfilm, 110')
2010 Auf Wiedersehen Papa. Regie: Sandra Nedeleff (Kurzfilm, 25')
2006 Letzte Runde. Regie: Erik Lange (Kurzfilm, 13')
2005 Molly's Way. Regie: Emily Atef (Spielfilm, 84')
2004 Fahrtwind. Regie: Philipp Wolf (Kurzfilm, 12')

 

Fatou Mandiang Diatta (Sister Fa)
Film: Sarabah

Publikumsgespräch:
Freitag, 22.11.2013, 18:00 Uhr, Studio Museum

Die Rapperin Sister Fa wird 1982 in Dakar, Senegal geboren. Bereits als Teenager beginnt sie mit der Aufnahme ihrer ersten Demotapes, 2005 gewinnt sie den Senegalesischen Hip Hop Award als beste Newcomerin. In ihrer Musik thematisiert Sister Fa neben weiblicher Genitalbeschneidung die Situation der Frauen im Senegal sowie Zwangsverheiratung und HIV/Aids. Nach ihrer Übersiedelung 2006 nach Berlin gründet sie dort ihre eigene Band mit einer Fusion aus Rap, Soul, Jazz und Reggae. Im Jahr 2009 singt sie beim Konzert der Vereinten Nationen in New York neben Künstlern wie Harry Belafonte, John McLaughlin und Angélique Kidjo.
Der Dokumentarfilm Sarabah begleitet Sister Fa auf ihrer Reise in den Senegal, wo sie ihre Kampagne „Education sans Excision“ vorstellt, mit der sie über die Risiken der Genitalbeschneidung aufklärt. Für ihr Engagement erhält Sister Fa 2011 den südafrikanischen Freedom to Create Preis.

Diskographie (Auswahl):
2010 LMNZ – WorldWide Rap (Kompilation)
2009 Sarabah: Tales from the Flipside of Paradise (Solo-Album)
2008 Many Lessons (Kompilation)
2005 Hip Hop Yaw La Fal (Solo-Album)
2003 Tous Rappons le Sida (Kompilation)
2002 Art City (Kompilation)

Auszeichnungen:
2011 Kapstadt, Südafrika - für ihr Engagement für Mädchen und Frauen im Senegal erhält sie den Freedom to Create Award

Auszeichnungen für Sarabah (Auswahl):
2013 Festival du Film Humanitaire, Paris: Preis der Jury
2012 Montreal International Black Film Festival: Bester mittellanger Dokumentarfilm
2012 CINE Golden Eagle in der Kategorie Unabhängiger Dokumentarlangfilm
2011 Movies That Matter Film Festival: Goldener Schmetterling für den besten Dokumentarfilm

 

Mohamed Nabil
Film: Jewels of Grief

Publikumsgespräch:
Mittwoch, 27.11.2013, 18:00 Uhr, Museum Kino 2

Der Regisseur und Journalist Mohamed Nabil ist in Marokko aufgewachsen, hat in Kanada studiert, in Russland gearbeitet und wohnt nun in Berlin. Sein wissenschaftliches und journalistisches Interesse gilt Grenzbereichen der „Normalität“ und Personen, die sich in solchen bewegen. Sein Lebenslauf und die Mehrsprachigkeit helfen ihm, nicht nur Schicksale zu zeigen, sondern gesellschaftliche Zustände hinterfragen zu können. Seit 2009 produziert er Filme in der eigenen Firma „Mia Paradies Productions“, die sich auch immer wieder mit der Situation von Frauen in Deutschland und Marokko beschäftigen.

Filmographie:
2012 Jewels of Grief (Dokumentarfilm)
2010 Frauenträume (Dokumentarfilm)
2006 - Philosoph (Kurzfilm)

Auszeichnungen:
Festival International du Film Documentaire Khouribga, Marokko, 26.-29.10.2011, Gewinner des Preises für die beste Regie für Frauenträume
12th Dhaka Filmfestival, Bangladesh, 12.-20.1.2012, Special Mention für Frauenträume

 

Daniela Parr
Film: Mädcheninitiation bei den Mosuo

Publikumsgespräche:
Montag, 25.11.2013, 16:00 Uhr, Studio Museum
Montag, 25.11.2013, 18:00 Uhr, Museum Kino 2 (Film: The Mosuo Sisters)

Nach ihrem Diplom-Studium „Film und Medien“ an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg und an der UCLA in Los Angeles lehrt Daniela Parr als Dozentin an der Hochschule Esslingen im Fachbereich Medienpädagogik. Sie leitet Filmseminare mit den Themen Drehbuch, Regie und Kamera und gibt u.a. an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg und an der Hochschule für Film und Fernsehen HFF München Workshops zur Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung. 2012 verbrachte sie für Dreharbeiten zwei Monate in China bei der matriarchalen Gesellschaft der Mosuo.

Filmographie:
2011 Die Tochter – eine Clansaga aus dem Matriarchat der Khasi

 

Lukas Roegler
Film: Ware Frau

Publikumsgespräche:
Sonntag, 24.11.2013, 16:00 Uhr. Studio Museum
Sonntag, 24.11.2013, 18:00 Uhr, Studio Museum / Gesprächsrunde

Lukas Roegler arbeitet seit 2004 als freier Journalist und Produzent. Als Regisseur des Dokumentarfilms Meine Hölle Europa / Sisters of No Mercy über den nigerianischen Menschenhandel gewann er diverse nationale und internationale Film- und Journalistenpreise. Seit 2008 ist er zudem freier Mitarbeiter in der WDR-Dokumentarfilmredaktion und dort u.a. für Projektauswahl und die Abwicklung internationaler Koproduktionen mitverantwortlich. Die eigene Produktionsfirma „nindo films“ hat sich zum Ziel gesetzt, Filme mit gesellschaftspolitischem Mehrwert zu machen. Lukas Roegler ist bilingual aufgewachsen und hat in Bonn und Montreal die Studiengänge North America Program (NAP) und Politikwissenschaften absolviert.

Filmographie:
2012 Ware Frau
2007 Sisters of No Mercy/Meine Hölle Europa

Auszeichnungen (Auswahl):
2013 Nominierung für den Prix Europa mit Ware Frau
2009 Silver Screen Award beim U.S. International Film & Video Festival in Los Angeles
2008 Documentary Film Silver World Medal bei den New York Festivals
2008 „Goldener Gong" Media Award for Extraordinary Achievements in Journalism
2007 Publikumspreis beim Africa World Documentary Film Festival in St. Louis/USA und Lagos/Nigeria

 

Petra Spamer-Riether
Film: Die Töchter der Göttin. Bei den Moso in China

Publikumsgespräche:
Montag, 25.11.2013, 16:00 Uhr, Studio Museum
Montag, 25.11.2013, 18:00 Uhr, Museum Kino 2 (Film: The Mosuo Sisters)

Petra Spamer-Riether absolvierte von 1976 bis 1982 den Diplom-Studiengang Chemie in Heidelberg. Danach arbeitete sie 13 Jahre als freie Journalistin beim SWR und ist heute als Autorin und Realisatorin für den NDR und WDR tätig.

Filmographie (Auswahl):
2012 Der Edelstein-Express – Mit dem Zug durch Brasilien
2010 Die Frauen der Krupps
1993 Die Töchter der Göttin. Bei den Moso in China

 
EXPERTINNEN
 

Sabine Constabel

Gesprächsrunde:
Sonntag, 24.11.2013, 18:00 Uhr, Studio Museum

Sabine Constabel ist im Sozialdienst für Prostituierte beim Gesundheitsamt in Stuttgart tätig, und bietet in diesem Rahmen bietet Prostituierten Unterstützung an. Des Weiteren arbeitet sie ehrenamtlich für den Caritas Verband e.V. im Frauen-Café La Strada/Café Strich-Punkt, das Rückzugmöglichkeiten und Beratung für Prostituierte bietet.
Im Juni 2013 hielt sie vor dem Bundestag eine Rede anlässlich der „Öffentlichen Anhörung zur Bekämpfung des Menschenhandels und Überwachung von Prostitutionsstätten“. Sie fordert unter anderem die Wiedereinführung einer gesundheitlichen Pflichtberatung, die Schaffung psychosozialer Beratungsstellen für Prostituierte und ein Bleiberecht für Opfer von Menschenhandel. Sie sagt: „Die Darstellung der Lobbyisten der Prostitutionswirtschaft, die die Elends-, Armuts- und Zwangsprostituierten als bedauerliche Randgruppe innerhalb der Prostitution darstellen, geht an der Realität vorbei. Außerdem ist Sexualität ein zutiefst intimer Akt und untrennbar mit dem Kern der Persönlichkeit verbunden Frauen sind keine Ware!“

 

Manfred Paulus
Film: Made in Ash

Publikumsgespräche
Sonntag, 24.11.2013, 20:30, Museum Kino 2
Montag, 25.11.2013, 18:00 Uhr, Studio Museum
Gesprächsrunde
Sonntag, 24.11.2013, 18:00 Uhr, Studio Museum

Manfred Paulus, Jahrgang 1943, ist Erster Kriminalhauptkommissar a.D. und Lehrbeauftragter an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg, darüber hinaus ist er an weiteren Aus- und Weiterbildungsstätten der Polizei des Bundes und der Länder tätig. Bis 2003 war er Inspektionsleiter bei der Kriminalpolizei Ulm mit den Ermittlungsschwerpunkten Sexuelle Gewalt und Rotlichtkriminalität. Bis in die Gegenwart leistet er in Ost- und Südosteuropa Präventionsarbeit, um dem Frauen- und Kinderhandel in den Rekrutierungsländern vorzubeugen. In seinem Buch „Frauenhandel und Zwangsprostitution, Tatort: Europa“ berichtet er über die Anwerbungs- und Schleusungsmethoden in diesen Ländern. Er verfasste zahlreiche Beiträge für Fachzeitschriften, Rundfunk und Fernsehen.

 

Collin Schubert
Film: Stein der Geduld

Publikumsgespräch:
Montag, 25.11.2013, 20:30 Uhr, Studio Museum

Die Psychologin und Soziologin Collin Schubert arbeitet seit 1999 als Fachreferentin bei TERRE DES FEMMES für „Frauenrechte in Islamischen Gesellschaften.“ Ihre Interessenschwerpunkte sind matrilineare Gesellschaften, Frauenrolle und Frauenbild im Islam. Sie erhielt 2004 den Bürgerpreis der Stadt Tübingen für ihr Afghanistan-Engagement.

 

Helmut Sporer

Gesprächsrunde
Sonntag, 24.11.2013, 18:00 Uhr, Studio Museum

Helmut Sporer ist seit elf Jahren Leiter des für Menschenhandel zuständigen Kommissariats 1 der Kriminalpolizei von Augsburg. Unter dem Begriff „Augsburger Weg“ hat er deren Konzeption unter dem Begriff “Prostitution - Menschenwürde und Selbstbestimmung als zentrale Kriterien einer notwendigen Neuregelung“ zusammengefasst. Er meint, die Gesetze seien gelockert worden mit dem Ziel, dass Prostituierte selbstbestimmt arbeiten können. Das Gegenteil sei jedoch der Fall. „Profitiert haben Bordellchefs, Zuhälter und Menschenhändler; nur 5-10% der Prostituierten arbeiten freiwillig, rund 90% arbeiten unter Zwang oder scheinfreiwillig“, ist Sporer überzeugt. „Die Prostitution ist kein Job wie jeder andere und deshalb sollte die Prostitution nicht dem Gewerberecht untergeordnet werden. Die Prostitution war schon immer von hochkriminogenen Begleitfaktoren umgeben und daran wird sich auch nichts ändern. “ Kommissar Sporer gab im Juni 2013 eine Stellungsnahme im Bundestag ab zum Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung des Menschenhandels und zur Überwachung von Prostitutionsstätten und stellte im Oktober vor dem Europäischen Parlament seine Einschätzung zum deutschen Prostitutionsgesetz und seinen Folgen dar.