Festivalimpressionen 2015 - Dienstag, 24.11.


 

Am Dienstag Morgen bekommt Regisseur Jacco Groen von Oberbürgermeister Boris Palmer eine Führung durch das neu renovierte historische Tübinger Rathaus

  ... durch den alten Sitzungssaal, den Öhrn mit den historischen Bildern moralischer Gebote aus der Bibel...

 

 

... bis zum zentralen Räderwerk der über 500 Jahre alten astronomischen Uhr des Rathauses.

 
  Jacco Groen bei der Vorführung seines Spielfilms „Lilet never happened“ in der Geschwister-Scholl-Schule, einer der Schulen, die es ermöglichten, den Film über die tatsächliche 12-jährige Kinderprostituierte Lilet in Manila ihren SchülerInnen vorzuführen und danach ein angeregtes Gespräch mit dem Regisseur darüber zu führen.
  Jacco hatte Lilet bei Filmaufnahmen zu einem Dokumentarfilm kennengelernt, und war so beeindruckt von dem Mädchen, das sich in solch schwierigen Verhältnissen weigerte, die Rolle des Opfers zu akzeptieren, dass er Jahre später einen Spielfilm über sie machte; denn sie war inzwischen nicht mehr aufzufinden für den geplanten Dokumentarfilm über ihr Leben.
Das Schicksal von Lilet motivierte ihn auch, aktiv zu werden gegen den aktuellen massiven Missbrauch von Kindern in der Internetpornografie.
  Nach dem Gespräch nutzte Filmfestleiterin Irene Jung die Gelegenheit, weitere DVDs zur Ergänzung der FrauenWelten-DVD-Edition, die seit einiger Zeit an der Geschwister-Scholl-Schule für den Unterricht verwendet wird, an Frau Baumann zu übergeben.
  Die SchülerInnen und LehrerInnen waren auch nach dem intensiven gemeinsamen Gespräch noch sehr interessiert an weiteren Informationen...

 

  ... und die SchülerInnen wollten von ihm wissen, wie sie sich gegen Kinderprostitution auf den Philippinen stark machen können
 
  Bernd Wolpert,Leiter der Fachstelle Film beim Evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit, beim Publikumsgespräch zu „Ken Bugul“, der von EZEF koproduziert wurde.
Er konnte mehr Einblicke in das Wirken der in Afrika verehrten senegalesischen Schriftstellerin Ken Bugul geben, die im Film nicht nur über ihr persönliches Leben spricht, sondern auch über die komplexen Beziehungen zwischen ihrem Kontinent und dem Westen, die sie messerscharf analysiert.
 
  Der Zonta-Club Tübingen hat die Vorstellung von „Lilet Never Happened“ und den Besuch der Regisseurs durch seine Unterstützung ermöglicht

 

  Regisseur Jacco Groen im Gespräch mit Svenia und Nicole vom Filmfest-Team
  Regisseur Jacco Groen und Filmfestleiterin Irene Jung im Publikumsgespräch nach „Lilet Never Happened“, das nicht weniger bewegend war als die Gespräche mit den SchülerInnen vom Morgen. Auch hier wollten die ZuschauerInnen mehr vom Schicksal der wirklichen Lilet wissen, aber auch, wie die 11-jährige Laienschauspielerin Sandy Talag, die leider verhindert worden war, wie geplant zum Filmfest zu kommen, solch eine schwierige Rolle spielen konnte.
 
Jacco erklärte, dass während der ganzen Dreharbeiten, die sich über 2 Jahre erstreckten, immer eine Psychologin an der Seite von Sandy war, um zu garantieren, dass sie keinen Schaden bei der Beschäftigung mit so einer furchtbaren Wirklichkeit nehmen konnte.

Auch dem Tübinger Publikum brachte er sein aktuelles Engagement und die Notwendigkeit von massiven Aktionen gegen den Missbrauch von Kindern für die Internetpornographie nahe.

 

  Am Mittwoch zur Hauptvorstellung von „Lilet Never Happened“ war dann nochmals ein Ansturm von viel Publikum zu verzeichnen, das ebenso intensiv mit dem holländischen Regisseur ins Gespräch kam wie die ZuschauerInnen tags zuvor.
  Regisseur Jacco Groen vor dem überdimensionalen Poster von „Lilet Never Happened“ mit Schauspielerin Sandy Talag die viele Grüße aus Manila für das Filmfest und die ZuschauerInnen schickte.
 

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Fotos: Alexander Gonschior